Cannabis und Führerschein?

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Gleichgültig, ob Cannabis zu therapeutischen Zwecken oder zur Entspannung konsumiert wird – in welchem Zusammenhang steht das mit dem Autofahren?

Völlig gleichgültig, ob Cannabis zu therapeutischen Zwecken oder zur Entspannung konsumiert wurde – Cannabispatienten konnten deutlich schneller ihren Führerschein verlieren als andere Autofahrer. Allerdings soll es auch Kranke geben, die ihren Lappen trotz nachgewiesenem medizinisch bedingtem Cannabiskonsum behalten dürfen bzw. zurückerhalten haben. Bei uns in Deutschland ist dies nur eine seltene Ausnahme-Regelung aber in Colorado und Washington fortschreitend.

Autofahren in verändertem Bewusstseinszustand

cannabis und FührerscheinOrientieren wir uns einfach einmal an dem Fallbeispiel von Tobias Hermann. Dieser hatte bei einer Verkehrskontrolle der Polizei im August 2010 ganz offen zugegeben, dass er aus medizinischen Gründen Cannabis verwende. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung bestätigte somit zusätzlich seine Aussage. Nun ging es darum zu klären, ob die bei Tobias diagnostizierte Krankheit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) – wir berichteten darüber – wirklich die Einnahme einer Medikation auf Cannabisbasis (Dronabinol) erfordert und wie sie sich mit dem Autofahren verträgt. Tobias entschied sich gemeinsam mit seinem Arzt dazu, diesen Weg zu gehen, da Cannabis das Einzige war, das ihm bei seiner Krankheit helfen konnte. Eine ärztlich begleitete Selbsttherapie mit Cannabis ist nach § 3 Abs. 2 BtMG möglich, sofern es sich unzweifelhaft um eine ärztliche Anwendung handelt. In dem Gutachten heißt es übrigens, dass Tobias im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes kein Rauschgift konsumiert hat. Desweiteren wurde festgestellt, dass trotz der bestehenden Erkrankung (ADHS) und der damit einhergehenden Medikation keine physischen und psychischen Einschränkungen vorliegen.

Leider gehen nicht alle Fälle so gut aus wie bei dem 26-Jährigen. Häufig hängt die Entscheidung ganz allein von der Sichtweise des zuständigen Begutachtungsinstituts ab. Hier sind unvoreingenommene Untersuchungen jedoch eher die Ausnahme.

Colorado und Washington

drogenAuf dem Testgelände eines Sheriffs in Washington durften sich drei Testpersonen einer Fahreignung unter Cannabiseinfluss unterziehen. Hier ging es darum, zu testen, wie gut Autofahrer ihr Auto unter Cannabiseinfluss steuern können. Alle drei bekamen zunächst 0,3 Gramm Cannabis, welches sie gemeinsam vor dem Test rauchten. Der 45-jährige Jeremy raucht als gelegentlicher Konsument nur einmal im Monat, wenn überhaupt. In seinem Körper wurde unmittelbar vor dem Test kein THC gefunden. Jeremy war nach dem Joint schon ordentlich berauscht, genauso wie Testkollegin Abby (30 Jahre alt). Sie konsumierte das Cannabis regelmäßig am Wochenende. Doch auch bei ihr konnte man kein THC feststellen. Bei der dritten Versuchsperson, dem 24-jährigen Cannabispatienten Marc, wurde ein dreifach 2005summer_rahr2erhöhter THC-Spiegel festgestellt, als er auf das Testgelände kam. Marc konsumiert regelmäßig. Bei ihm wurden 15,8 Nanogramm THC festgestellt (die erlaubte Grenze liegt bei 5 Nanogramm). Da er schon vor dem Test Cannabis geraucht hatte, fühlte er sich auch nach den weiteren 0,3 Gramm völlig normal. Marc fuhr am Besten von allen. Der begleitende Fahrlehrer Jeff Michaelson erklärte danach: „Trotz seines starken Konsums konnte Marc das Auto gut steuern. Er hatte eine Konzentration von 36,5 Nanogramm THC in seinem Blut. Das ist das siebenfache der in Washington erlaubten Menge. Auch Abby hatte kaum Schwierigkeiten, das Auto zu fahren. Sie hatte sogar richtig viel Spaß daran. Da war Jeremy schon etwas vorsichtiger. Er fuhr sehr langsam, allerdings ohne nennenswerte Fehler.“

223730_384408561634434_987202686_nDie Tester bekamen nun weitere 0,6 Gramm Cannabis zu rauchen. Das war dann schon fast 1 ganzes Gramm Cannabis. Eine ordentliche Menge für jemanden, der nur gelegentlich konsumiert. Jeremy konnte kaum sein Auto steuern oder lenken. Er fuhr viel zu langsam und brach freiwillig den Test ab. Abby meisterte das Ganze schon etwas besser. Doch auch sie bog zweimal falsch ab und wirkte teilweise orientierungslos. Marc jedoch fuhr dynamisch und machte keine Fehler. Er selbst gab zu: „Nach den weiteren 0,6 Gramm war ich schon ganz schön breit. Eigentlich würde ich so kein Auto mehr fahren.“ Und trotzdem fuhr er im Großen und Ganzen sehr gut. Die Tests ergaben, dass Jeremy und Abby durch ihre Fahrweise sehr wahrscheinlich angehalten worden wären. Marc hingegen fuhr unauffällig. Er wirkte auch viel kontrollierter und gefasster. Es heißt also nicht, dass so genannte Dauerkiffer schlechter Auto fahren. Das sei eine reine Gewohnheitssache unseres Körpers.

Der Test fand unter Einbeziehung der Polizei und fahrtechnischen Sachverständigen statt und bietet somit ein glaubwürdiges, interessantes Ergebnis.

 

 

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